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5. Mai: Schritt für Schritt zur Inklusion

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Der 5. Mai ist der Europäische Tag der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Aus diesem Anlass schallte es letzten Samstag durch die Ratinger Innenstadt: „Schon viel erreicht, aber, - noch viel mehr vor!“ Die Stimme gehört Karin Keune, Vorstand des Vereins VIBRA, die mit ihren Mitstreiterinnen des Vereins, Vertreterinnen der Stadtpflegschaft, der Lintorfer Eduard Dietrich Schule und des Lux Jugend- und Kulturzentrum alle Interessierten zum Inklusionskaffee am Gleichstellungstag auf der Oberstrasse empfingen. VIBRA und Kooperationspartner engagieren sich, um Inklusion in den Ratinger Schulen aktiv voranzubringen.

An den Schautafeln informierten sich viele junge Eltern über die inklusiven Angebote der Eduard-Dietrich-Grundschule und des Jugend- und Kulturzentrum Lux. Stefanie Schmidt-Radtke, Elternpflegschaftsvorsitzende an der Eduard Dietrich Schule, erklärte den Interessierten, wie zieldifferenter Unterricht an der Montessori-Schule gestaltet wird. Dass in Ratingen weiterführende Schulen fehlen, die diese Arbeit fortsetzen, damit Schülerinnen und Schüler aller Behinderungen auch nach der Grundschule in der Sekundarstufe weiter gemeinsam lernen können, wurde von den Beteiligten als drängendste Aufgabe für Verwaltung und Politik benannt.

Viele bekannte Aktivisten aus den Ratinger Vereinen der Behindertenselbsthilfe waren vor Ort, um sich für Gleichstellung behinderter Menschen zu solidarisieren. Werner Kleinrahm, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft für Behinderte in Ratingen konnte sich erinnern, das behinderte Kinder vor zwanzig Jahren überwiegend in Sonderschulen lernten: „Die Aktionsgemeinschaft hat sich deshalb 1993 mit vollem Erfolg für die erste Integrationsklasse an der Eduard Dietrich Schule eingesetzt, davon profitieren heute viele Schülerinnen und Schüler!" Sami Celik, Türkischer Elternverein Ratingen e.V., machte darauf aufmerksam, das behinderte Menschen mit türkischen Migrationshintergrund bei Gesundheitsfragen sprachliche Unterstützung benötigen: "Inklusion ist ein wichtiges Recht für behinderte Menschen aller Altersgruppen, unabhängig von ihrer Herkunft!“

Inklusion ist eine Bewegung, die Menschen mit Behinderungen europaweit ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe sichern soll. Von oberster Stelle wurde die UN Konvention ratifiziert und seit 2009 werden bundesweit Gesetze geschaffen, die eine inklusive Gesellschaft möglich machen sollen. Wenn jeder Mensch so akzeptiert wird, wie er oder sie ist, und das überall, - auch in den Schulen, - dann ist Inklusion erreicht. In Nordrhein-Westfalen verabschiedete die rot-grüne Landesregierung deshalb im Oktober letzten Jahres ein Schulgesetz, das behinderten Kindern den Weg in die allgemeine Schule sichern soll. Das sorgte in Ratingen für Aufregung, da in den letzten Jahren vor allem in den weiterführenden Schulen keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen wurden, um gemeinsamen Unterricht durchzuführen. VIBRA informierte die Politik seit Herbst letzen Jahres durch Veranstaltungen und Stellungnahmen, zuletzt forderte der Verein die Parteien auf, anhand konkreter Fragestellungen darzulegen, wie es in Ratingen mit der Inklusion nach der Kommunal- und Bürgermeisterwahl weiter gehen soll.

Die Veranstalterinnen waren sich einig, dass es ein wichtiger Tag für die Inklusion war. Die vielen Gespräche und Anregungen die alle Beteiligten mitnehmen konnten, machten deutlich, dass ein großes Interesse und Informationsbedürfnis seitens der Ratinger Bürgerinnen besteht und dass Inklusion Schritt für Schritt gemeinsam mit allen Beteiligten umgesetzt werden kann. Deshalb hat VIBRA eine regelmäßige Bürgersprechstunde eingerichtet. Termine und weitere Informationen zu Rückmeldungen der Parteien und Bürgermeisterkandidatinnen können auf der Homepage nachgelesen werden: www.vibra-ev.de

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